Besuch auf dem Dornahof: Wohnungslosigkeit vermeiden
Manne Lucha: Präventionsangebote sind für betroffene Menschen sehr hilfreich
Zu einem intensiven Austausch zu aktuellen Themen trafen sich am Montag, den 16.08.2021, der Baden-Württembergische Minister für Soziales, Gesundheit und Integration, Manne Lucha und der Vorstand des Einrichtungsverbunds DORNAHOF, Volker Braun. Das Gespräch fand am DORNAHOF Standort Altshausen statt. Ebenfalls daran teil nahm der Bürgermeister der Gemeinde Altshausen, Patrick Bauser. Er ist auch Verwaltungsratsmitglied im Diakonieverbund DORNAHOF & ERLACHER HÖHE e.V.
„Der neue Koalitionsvertrag beinhaltet essentielle Eckpunkte der sozialen Daseinsvorsorge. Wir freuen uns auf das Gespräch. Denn wir sind auf den gegenseitigen Austausch mit Trägerschaften wie dem Einrichtungsverbund DORNAHOF und Ihre Expertise angewiesen.“ Mit diesen Worten kam Minister Manne Lucha gleich auf den Kern. Welche Themen beschäftigen ein Wohlfahrts- und Inklusionsunternehmen wie den Einrichtungsverbund DORNAHOF im Augenblick? Ein Dauerthema ist beispielsweise die Wohnsituation für Menschen sozialen Schwierigkeiten. Als Einrichtung der Wohnungslosenhilfe macht der DORNAHOF mehr denn je während der Pandemie die Erfahrung, wie zermürbend es für Menschen in sozialen Schwierigkeiten ist, auf dem ohnehin ausgedünnten Wohnungsmarkt Fuß zu fassen. Manne Lucha setzt hier große Hoffnung auf einen bedarfsorientierten Wohnungsmarkt der Zukunft. Er sieht das Wohnungslosenproblem auch als Indikator für eine Gesellschaft. Der Koalitionsvertrag hat unter dem Stichpunkt „Wohnungslosigkeit vermeiden“ als Ziel die Überwindung von Wohnungslosigkeit in Baden-Württemberg festgehalten. Es sollen die Empfehlungen der GISS-Studie „Wohnungslosigkeit in Baden-Württemberg – Untersuchung zu Umfang, Struktur und Hilfen für Menschen in Wohnungsnotlagen“ im Verbund von Land, kommunalen Spitzenverbänden und der Liga der freien Wohlfahrtspflege umgesetzt werden. Menschen, die von Obdach- und Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind, sollen mit Wohnungen versorgt werden. Dafür steht als Plan im Koalitionsvertrag, in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen und freien Trägern Housing-First-Modellprojekte aufzulegen.
Hier sprach Vorstand Volker Braun auch seitens der freien Wohlfahrt an die Sozialpolitik gerichtete Erwartungen an. Zum einen sei eine Stärkung der Präventionsstrukturen erforderlich, um beispielsweise Wohnungsnot zu vermeiden. Zum anderen gelte es nach wie vor bezüglich der ordnungsrechtlichen Unterbringung bestehende teils prekäre Situationen aufzuzeigen, aufzulösen und Standards zu etablieren. Auch hier ließen sich die im Koalitionsvertrag verankerten Ergebnisse der Studie der Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung e. V. (GISS-Studie) heranziehen. „Wenn wir mit Prävention ansetzen, lohnt sich das für die betroffenen Menschen. Gleichzeitig zeigen unsere Erfahrungen aus der Praxis, dass eine ordnungsrechtliche Unterbringung die Volkswirtschaft wesentlich mehr kostet als präventive Hilfe“, so Braun. Hier schließe sich auch der Kreis zum Wohnungsmarkt.